historyAus den Anfängen der Feuerwehr in unserer Heimat und in der Gemeinde Heßloch


Fürst Carl August von Nassau-Usingen erließ im Jahre 1750 die

Fürstlich Nassau Saarbrück-Usingische Feuerordnung.

Um diese Zeit wurden aus mehreren benachbarten Gemeinden sogenannte Spritzenbezirke gebildet, in deren Bereich je eine Spritze bereit stehen soll. Es handelte sich damals noch um Druckspritzen mit einem Wasserbehälter, in die das Wasser mit Eimern geschüttet wurde.

Aus den Dörfern Auringen, Heßloch, Naurod, Rambach und Sonnenberg bildete man einen Spritzenbezirk mit dem Spritzenstandort Naurod. Für die Anschaffung und Unterhaltung der Spritze und sonstigen Feuerlöschgeräte hatte jedes Dorf seinen Anteil zu tragen.

Die aus dem Jahr 1750 und später ergangenen Feuerordnungen wurden im Jahr 1826 durch eine von der Herzoglichen Regierung erlassene "Instruction für die Herzoglichen Schultheiße zur Vollziehung der Feuerpolizeiverordnung" ergänzt und verschärft. Es wurde u. a. verfügt, dem Ortsschultheißen die Verantwortung für die Durchführung der Brandverhütung und -bekämpfungsmaßnahmen zu übertragen und die bisherigen Spritzenbezirke in kleinere aufzuteilen. Für Heßloch wirkte es sich dahingehend aus, dass es aus der bisherigen Gemeinschaft ausschied und mit Kloppenheim einen neuen Spritzenverband bildete. Auch hier musste die Gemeinde Heßloch zu den entstehenden Kosten für den Brandschutz (Spritze, Gerätschaften, Spritzenhaus) beitragen.

In einer längeren Ausführung vom 24. April 1866, "die Feuerlösch-Ordnung für die Gemeinden des Amts Wiesbaden und die Instructionen für die Löschmannschaften betreffend", wurde u. a. verfügt, daß in jeder Gemeinde des Amtsbezirkes wenigstens eine Feuerspritze angeschafft und unterhalten werden soll. Ausgenommen waren die Gemeinden Georgenborn und Heßloch; letztere, weil sie im Spritzenverband mit Kloppenheim stand.

Aus dem Vermögensnachweis der Gemeinde Heßloch zwischen 1817 und 1844 ist der Besitz folgender Löschgerätschaften ersichtlich: "2 Feuerleitern, 4 Feuerhaken, 10 lederne Feuereymer und 20 strohene dto." Letztere waren innen mit Pech ausgestrichen.

Erst im Jahr 1879 erhielt die Gemeinde Heßloch seitens der inzwischen "Königlichen Regierung" die Genehmigung zur Anschaffung einer eigenen Feuerspritze, wofür sie "ein Anlehen in Höhe von 1 000 Mark bei der ständischen Hilfskasse aufzunehmen hat mit der Maßgabe, dass dasselbe mit 5% Annuitäten (3% Zinsen und 2% Tilgungsrathe) zurückgezahlt werde". Am 18. Dezember 1879 wurde dann die neue Feuerspritze, bei der es sich um eine vierrädrige Druckspritze ohne Saugwerk handelte, für die hiesige Gemeinde eingeführt, wozu neben dem Herrn Kreisbaumeister der Fabrikant Emil Roth aus Idstein eingeladen worden war. Zur gleichen Zeit hatte man auf dem Gelände des Gemeindebackhauses in der Ortsmitte ein Spritzenhaus errichtet, das den damaligen Anforderungen entsprach.

Bezugnehmend auf die Feuerpolizei-Verordnung vom 25. Juni 1882 meldete der hiesige Bürgermeister Heinrich Stubenrauch u. a., dass "die schnelle und leichte Beibringung des zum Löschen eines Schadenfeuers erforderlichen Wassers gewährleistet ist" dadurch, dass "das Wasser in den Straßenrinnen vor jeder Hofraithe leicht zu hemmen ist und in Gebrauch genommen werden kann" und weiterhin "14 Brunnen vorhanden sind, welche viel Wasser liefern. Als Brandmeister ist hier das Feuervisitations- und Commissions-Mitglied Georg Kilian und als dessen Stellvertreter der Maurer Ludwig Stubenrauch l ernannt, die beiden waren seither die Führer der Rettungsmannschaften, es sind daher an deren Stelle erstens der Zimmermann Carl Kunz und zweitens der Maurer Ludwig Deuker als Führer ernannt worden". Heßloch hatte zu jener Zeit 44 Hofraithen und wie bereits gesagt "14 Brunnen, die ziemlich in gleicher Entfernung von den Hofraithen mit Pumpen versehen sind, hohe Ausgüsse besitzen, wovon das Wasser sofort in die Feuerspritze gebracht werden kann. Dann hat Heßloch fünf Minuten unter dem Dorfe einen Bach, der nie vertrocknet, auch im Gemeindesteinbruch ebenso weit einen Wasservorrat, der nicht ausgeht".

Die wohl zufriedenstellendste Mitteilung des Bürgermeisters an seine vorgesetzte Dienststelle war wohl diejenige vom 28. Dezember 1883, wonach in Heßloch seit länger als 100 Jahren kein Brand zu verzeichnen war.

Mit Verfügung vom 4. Januar 1885 des Königl. Amtmannes und Landrates, des Grafen Matuschka-Greiffenklau, wurde das neue "Ortsstatut vom 12. August 1884 über die Einrichtung des Feuerlöschwesens in der Gemeinde Heßloch" genehmigt und als Anlage zu Nr. 8 des Kreisblattes für den Landkreis Wiesbaden abgedruckt. Danach war die Wehr wie folgt organisiert:

1. Ein Brandmeister und dessen Stellvertreter,

2. Zwei Spritzenmeister und ein Stellvertreter,

3. Zwei Führer der Rettungsmannschaften.

4. Die Bedienung der Feuerspritze besteht aus 24 Mann, "und zwar von denjenigen Personen, welche das 20. Lebensjahr zurückgelegt haben aufwärts", in zwei Abteilungen, deren 1. Abteilung (12 Mann) bei auswärtigen Bränden die Spritze zu bedienen hatten und deren 2. Abteilung (12 Mann) bei einem ausgebrochenen Brand im Dorf in Aktion zu treten hatten.

5. Die Rettungsmannschaften für Menschen, Vieh und Mobilien bestehen aus 22 Mann und den beiden Führern, zus. 24 Mann.

6. Feuerverständigungsboten auf die nächst gelegenen Ortschaften Auringen, Kloppenheim, Naurod, Rambach und Wiesbaden, 5 Mann.

7. Bestimmte Mannschaften zum Wachdienst bei ausgebrochenem Brande, 6 Mann.

Das gesamte Löschwesen untersteht dem Bürgermeister und dem Gemeinderat. Für die unmittelbare Leitung desselben ist vom Gemeinderat ein Brandmeister und ein Stellvertreter desselben zu ernennen. Der Brandmeister und dessen Stellvertreter sind dem Bürgermeister unterstellt. Die Feuerwehr wird in folgende Abteilungen eingeteilt:

1. Steigermannschaft

2. Spritzenmannschaft

3. Schlauchleger und Wassermannschaft

4. Wach- und Rettungsmannschaft

Spritzenhaus - 1905Mit einer guten Organisation, einer neuen Spritze, mit Brandmeister Wilhelm Schalles und Spritzenmeister August Deuker l sowie 64 Mann, einem Spritzenhaus und für die hiesigen Belange ausreichenden Geräten, trat die Wehr ins 20. Jahrhundert ein.

Im Jahr 1904 wurde dem Feuerwehrverband für den Regierungsbezirk Wiesbaden sowie der Haftpflichtversicherung beigetreten und im darauffolgenden Jahr vom Kreisbrandmeister Tropp aus Biebrich der Spritzenhausanbau mit Schlauchtrockenturm, letzterer als bestens ausgeführt abgenommen. Auch in den weiteren Jahren wurde der Wehr ein großes Lob für den guten Ausbildungsstand und die Ordentlichkeit der Geräte seitens des Kreisbrandmeisters bescheinigt. 1911 konnten die bisher verwendeten Leder- und Stroheimer durch Zinkeimer ersetzt werden. Im gleichen Jahr platzte während einer Übung der Windkessel der Druckspritze. In einem erstmals mit einer Schreibmaschine abgefassten Bericht des Kreisbrandmeisters Riegel wurde ausgeführt, dass das Bodenstück sowie der Druckkanal in mehrere Stücke zerbrach. Die Reparatur durfte nur in einer Spritzenfabrik vorgenommen werden. Um die Gemeinde nicht ohne Spritze zu lassen, wurde sofort eine Reservespritze der Biebricher Feuerwehr nach Heßloch gebracht und die Mannschaften daran eingeübt. 1914 erhielt die Gemeinde die reparierte Spritze zurück, die jedoch nicht in Ordnung war, da der nötige Druck fehlte, wie der damals amtierende Kreisbrandmeister Florreich aus Bierstadt feststellte. Selbst 1916 war sie noch nicht ganz in Ordnung, da die beiden Abstellhähne der Ausflußrohre nicht richtig eingepasst waren.

Der 1. Weltkrieg hatte Gott sei Dank keine personellen Opfer für die hiesige Wehr zur Folge. Philipp Rühl wurde nach dem Kriege zum Brandmeister und Karl Kilian III zu dessen Stellvertreter ernannt. Zu den angesetzten Übungen waren zu dieser Zeit stets ca. 50 Mann zur Stelle. Eine wesentliche Verbesserung der Brandbekämpfung trat durch die Verlegung der Wasserleitung im Jahr 1926 ein.

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Wiesbaden-Heßloch

Mit dem 1. April 1928 wurde die bisher eigenständige Gemeinde Heßloch zur Stadt Wiesbaden eingemeindet. Der Stadtbezirk trägt seitdem die Bezeichnung Wiesbaden-Heßloch.

Wie in allen anderen zur gleichen Zeit eingemeindeten Vororten Wiesbadens beschloss man auch in Wiesbaden-Heßloch, die seitherige Pflichtfeuerwehr in eine Freiwillige Feuerwehr umzuwandeln.

In einer am 1. August 1928 in der Gastwirtschaft von Philipp Kilian stattgefundenen Versammlung wurde die Freiwillige Feuerwehr Wiesbaden-Heßloch gegründet. Im Protokollbuch ist hierüber nachstehendes zu lesen:

"Mit dem heutigen Datum wurde unter Leitung des Brandmeisters Florreich (Bierstadt), dem hiesigen Bürgermeister Fischer und Herrn Phil. Rühl, Heßloch, die Freiw. Feuerwehr Wiesbaden-Heßloch gegründet.

Bei Beendigung der Versammlung hatte sich eine Reihe von Interessenten zusammengeschlossen, so dass sofort eine Wehr mit 24 Mitgliedern ins Leben gerufen wurde. Die Wahl des Vorstandes wurde noch an demselben Abend vorgenommen. Es wurden einstimmig gewählt:

1. Kommandant: Phil. Rühl, Kassierer: Moritz Stubenrauch, Schriftführer: Karl Ohl. Außer diesen zählen alle Abteilungsführer und deren Stellvertreter zum Vorstand.

Weitere fünf etwas später eingetretene Kameraden ergänzten die Liste der Gründer.

in den zwanzigernDie Ausrüstung mit Uniformen und Geräten erfolgte durch die Stadt Wiesbaden.

Bereits am 3. November 1928 hatte die Wehr mit dem Tod ihres Gründers und 1. Kommandanten Philipp Rühl einen großen Verlust zu beklagen. Als neuer Kommandant wurde Wilhelm Kilian und zu dessen Stellvertreter Rudi Neumann gewählt. Letzterer verzog im September 1931 nach Igstadt; zu seinem Nachfolger wurde Wilhelm Wagner ernannt.

Im Dezember 1928 gründete die Wehr eine selbständige Sterbekasse. Ferner wurden die Kameraden Paul Kimpel und Adolf Kilian l dazu bestimmt, beim Ausrücken zukünftig in die Spritze bzw. in die Rolle einzuspannen.

Mit Filmvorträgen und Instruktionen wurde die Mannschaft theoretisch, bei Proben und Probealarmen praktisch ausgebildet.

Im Jahr 1929 besuchte die Wehr Veranstaltungen der Freiw. Feuerwehren in Klarenthal, Schierstein und Oestrich.

Anläßlich einer Feuerschutzwoche fand im April 1930 unter Mitwirkung der Freiw. Feuerwehr Wiesbaden-Bierstadt die erste Schauübung statt. Selbstverständlich nahm die Wehr am 30. Juni 1930 an der Feier aus Anlass der Befreiung des Rheinlandes von den Besatzungsmächten teil. Desgleichen besuchte die Wehr das 25jährige Jubiläumsfest der Freiw. Feuerwehr in Frauenstein.

Mit Wirkung vom 6. Mai 1931 traten die Satzungen der Freiw. Feuerwehren in Wiesbaden in Kraft. In ihnen wird der Zweck der Freiw. Feuerwehren wie folgt erläutert: "Die Freiwillige Feuerwehr - im nachstehenden kurz die Wehr genannt - ist ein Verein zur Rettung des Lebens und Eigentums der Mitmenschen aus Feuersgefahr sowie zur Hilfeleistung bei anderen Unglücksfällen und Notständen. Die Wehr soll die Errichtung der Pflichtfeuerwehr entbehrlich machen. Sie leistet ihre Dienste selbständig oder gemeinsam mit der städtischen Berufsfeuerwehr." Ferner war die Wehr so zu gliedern, dass ein Löschzug (mindestens 25 Mann) folgende Abteilungen umfasste:

1. Eine Steigerabteilung zur Bedienung der Leitern, Rettungs- und Schutzgeräte.

2. Eine Spritzenabteilung zur Bedienung der Spritzen, der Schlauchwagen, der Hydranten und der Strahlrohre.

3. Eine Ordnungsabteilung zur Aufrechterhaltung der Ordnung auf der Brandstelle, dem Übungsplatz und dessen Umgebung.

Eine Abordnung unserer Wehr nahm im Jahr 1931 an dem 50jährigen Stiftungsfest der Werkfeuerwehr Kalle & Co. in Biebrich teil. Unter Mitwirkung der Freiw. Sanitätskolonne Wiesbaden-Rambach fand im September desselben Jahres auf Anordnung des Kreisbrandmeisters Florreich eine Hauptprobe statt.

1932 nahm die Wehr an den Beisetzungen des verstorbenen Feuerlöschdirektors des Reg. Bez. Wiesbaden Wilhelm Tropp und des Verbandsvorsitzenden Branddirektor Löber in Biebrich teil.

Höhepunkt des Jahres 1932 bildete ein am 12. Juni abgehaltener Werbetag der Feuerwehr, zu dem zahlreiche Abordnungen der Wehren des Kreisgebietes als Gäste erschienen waren. Neben einer Schauübung sorgte anschl. im Gartenlokal "Grüner Wald" eine Kapelle für Unterhaltung und Tanz.

Branddirektor Diel ernannte im Mai 1934 unseren 1. Kommandanten Wilhelm Kilian zum 1. Brandmeister und Wilhelm Wagner zu seinem Stellvertreter. Zur Ergänzung der Uniformen wurden nunmehr Kragenspiegel, Mützenschnüre und Schulterriemen angeschafft. Ende 1934 vereidigte Branddirektor Diel die gesamte Wehr auf den Führer und die Regierung, und ein Vertreter der Polizei verpflichtete gleichzeitig alle Feuerwehrleute zum Luftschutzdienst. In der Jahreshauptversammlung im April 1935 konnten zum Löschmeister befördert werden: Wilhelm Wagner, August Kilian, Wilhelm Baum und zum Oberfeuerwehrmann: August Diels, Adolf Kilian l, Adolf Kilian II, Otto Kilian, Adolf Rühl, August Rühl und Moritz Stubenrauch.

Mit der Herausgabe der neuen Dienstvorschrift der Freiwilligen Feuerwehr Wiesbaden vom 2.9.1935 war der Ortspolizeibezirk Wiesbaden zur Sicherung eines planmäßigen und ausreichenden Feuerschutzes in drei Löschbezirke eingeteilt worden. Wiesbaden-Heßloch gehörte danach zum 3. Löschbezirk, der außerdem die Stadtteile Bierstadt, Igstadt und Kloppenheim umfasste. Den Feuerschutz in diesem Löschbezirk übernahm Löschzug 1 und 2 Wiesbaden-Bierstadt, die Löschzüge der Stadtteile Igstadt und Kloppenheim und der Halblöschzug Wiesbaden-Heßloch. Als Löschgerät standen in unserem Ortsbezirk bereit: Saug- und Druckspritze, Schlauchwagen und 350 m C-Schlauch.

Zum 10jährigen Gründungsfest im Jahr 1938 fand eine große Schauübung mit Einsatz der Freiw. Feuerwehren Bierstadt und Igstadt statt. Wieder waren zahlreiche befreundete Wehren und die Ortsvereine unserer Einladung gefolgt, um dem Fest eine würdige Note zu geben. Die Durchführung des 75jährigen Jubiläumsfestes des hiesigen Gesangvereins "Frohsinn 1864" im Wald am Steinkopf konnte mit der dreitägigen Aufstellung einer ständigen Brandwache gesichert werden.

Im Jahre 1942 wurde durch die Feuerwehrmänner der Luftschutzpolizei Wiesbaden im Schulhof an der jetzigen Hirschgartenstraße ein neues Feuerwehrgerätehaus gebaut, das in das heutige moderne Feuerwehrgerätehaus integriert ist. Der 2. Weltkrieg forderte von unserer Wehr den restlosen Einsatz ihrer Männer. Auf allen Kriegsschauplätzen zerstreut oder in der Heimat taten sie ihren Dienst. Nur mit Mühe konnte noch der Feuerwehrdienst aufrecht erhalten werden. Gott sei Dank wurde Heßloch von größeren Bränden verschont, denn bei dem Angriff auf Wiesbaden am 3. Februar 1945 kam es außer dem Abwurf von Luftminen in der Nähe des Ortes lediglich durch Brandbomben zu einem Dachstuhlbrand in der Vogelsangstraße 25, der von der hiesigen Wehr gelöscht werden konnte (es war dies seit 1898 der erste größere Brand. Damals brannte die Scheune des Anwesens Steinkopfstraße 17).

Brandmeister Wilhelm Kilian musste die Leitung der Wehr bereits zu Beginn des Krieges wegen seiner Einberufung zur Wehrmacht abgeben und durch den jeweils verbliebenen Dienstältesten Löschmeister ersetzt werden. Das langjährige Mitglied der hiesigen Wehr Adolf Rühl versah in den Jahren 1940 bis 1953 das Amt des Schriftführers, um stellvertretend für seinen Vorgänger Karl Ohl, der das Amt seit der Gründung innehatte, tätig zu sein. Im 2. Weltkrieg ließen nachstehende Kameraden ihr Leben:

Paul Kunz, Otto Mayer, Rudolf Ohl. Vermisst wurde August Göbel. 1949 starb Adolf Kilian II an einem Kriegsleiden.

Ehre ihrem Andenken!

In der ersten nach dem Krieg im März 1946 stattgefundenen Feuerwehrversammlung, im Beisein des 1. Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Röder, bekannten sich alle anwesenden Wehrleute weiterhin zu ihrer freiwilligen Verpflichtung, anderen Menschen in Not und Gefahr beizustehen. Die Wahl des neuen Vorstandes ergab: 1. Kommandant August Diels, 2. Kommandant Erwin Kilian, Schriftführer Adolf Rühl, Kassierer Edwin Deucker. Gleichzeitig traten 14 Jugendliche geschlossen als Aktive der Wehr bei.

In den Jahren 1947 und 1948 hatte die hiesige Wehr zwei Waldbrände, einen im Nauroder Steinkopf und einen im Hacken zu bekämpfen. Wieder konnte sie damit einmal mehr ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen und durch ihr sofortiges Eingreifen größeren Schaden verhüten. Anläßlich unseres 20jährigen Bestehens fand im Gasthaus "Hermannshof" ein Festabend statt, bei dem in Anwesenheit von Branddirektor Noehl und vielen Gästen Brandmeister Wilhelm Kilian und sein Stellvertreter Wilhelm Wagner zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden.

Erste Erfolge errang die junge Wehr mit einem 3. Preis bei dem am 30. Juni 1952 anläßlich des 50jähri-gen Jubiläums der Erbenheimer Wehr stattgefundenen Leistungswettkampf des Kreisfeuerwehrverbandes.

25-JahrfeierIm Jahr 1953 konnte das 25jährige Bestehen unserer Wehr festlich begangen werden. Im Gasthaus "Hermannshof" fand aus diesem Anlass am Samstag, dem 6. Juni, unter Mitwirkung der Ortsvereine ein Kommersabend statt. Es folgte am Sonntag eine Kranzniederlegung auf dem Friedhof. Zum Abschluss wurde den Einwohnern mit einer Schauübung die Einsatzbereitschaft und Schlagkraft der Wehr demonstriert. Eine musikalische Unterhaltung und Tanz beendeten das Fest. Neben diesem großen Ereignis ist es wert, das gute Abschneiden unserer Wehr beim Leistungswettkampf anläßl. des Kreisverbandstages in Igstadt besonders hervorzuheben. In der Klasse "Leichte Löschgruppe" konnte sie hier den 2. Preis erringen. Auch im Jahr 1954 war das Glück mit den Tüchtigen. Die Wehr schaffte mit der ihr in diesem Jahr übergebenen TS 8 bei den angesetzten Leistungswettkämpfen in Wiesbaden-Amöneburg auf dem Gelände der Dyckerhoff-Zementwerke gegen harte Konkurrenz den 1. Platz in ihrer Gruppe. Ein großer Teil unserer aktiven Kameraden nahm an den Schauübungen der Berufsfeuerwehr Wiesbaden aus Anlass ihres 50jährigen Jubiläums in Wiesbaden teil.

Nach einem weiteren Jahr allmonatlicher harter Übung holte sich die Wehr auch im Jahr 1955 wiederum den 1. Preis. Die 22 Aktiven - ihr Alter lag zwischen 18 und 35 Jahren - waren mit Begeisterung dabei!

Trotz der Schnelligkeit der Truppe war es zur damaligen Zeit in Heßloch bei einem evtl. ausgebrochenen Brand sehr ernst um die Brandbekämpfung bestellt, da ein ausgesprochener Löschwassermangel herrschte. Das Wasser des Brunnens an der Schule reichte nur für etwa zwei Minuten der Entnahme aus, so dass erst ein Tankwagen der städt. Berufsfeuerwehr Wiesbaden Hilfe und Nachschub bringen musste. Zwar waren 14 Hydranten in den Straßen verteilt, aber die 80-cm-Leitung, bei ihrem Alter von mehr als 30 Jahren, war fast "zugewachsen". Es sollte noch drei Jahre dauern, bis endlich Abhilfe geschaffen wurde.

Bei dem im Jahr 1956 angesetzten Leistungswettkampf des Kreisfeuerwehrverbandes Wiesbaden holte sich unsere aus 14 Mann bestehende "Leichte Löschgruppe" zum dritten Male hintereinander den 1. Preis. Damit gelangte sie endlich in den Besitz des begehrten Pokals, der ihr anläßl. der Hauptversammlung des Verbandes in der Kantine der Dyckerhoff-Zementwerke in Amöneburg überreicht wurde.

Wenn auch nach den großen Siegen der letzten Jahre zunächst das Interesse an den Übungen etwas nachgelassen hatte, so waren die Männer um Wehrführer August Diels doch wieder da, als es hieß, im Jahr 1957 beim Wettkampf in Amöneburg wieder dabei zu sein. Jede Gruppe durfte nur mit Überstärke von 13 Mann antreten, aus denen die neun Wettkampfteilnehmer ausgelost wurden, so dass keine Wehr ihre besten Leute auswählen konnte. Wieder gelang es unserer Wehr in schnellster Zeit die vorgeschriebene Übung zu beenden und damit den 1. Preis zu erringen!

Nach Fertigstellung des in der ersten Straßenkurve nach Kloppenheim gebauten Löschwasserbehälters im Juni 1957 war eine Übung unter Mitwirkung der Berufsfeuerwehr Wiesbaden angesetzt mit dem Ziel, das in der oberen Steinkopfstraße gelegene Anwesen von Moritz Stubenrauch als Brandobjekt anzunehmen. Bei einem gut vorgetragenen Angriff unserer Wehr erfolgte die Wasserentnahme zunächst von der Wasserleitung. Erst nach dem Eintreffen der Berufsfeuerwehr entnahm man mittels einer Feuerlöschkreiselpumpe das Wasser aus dem neuen Löschwasserbecken. Hierbei waren doch verschiedene Störungen zu bemerken, die auf den allzu weiten Weg bis zur Brandstelle zurückzuführen waren. Eine bessere Wasserversorgung wäre wahrscheinlich doch erreicht worden, wenn das Becken in der Ortsmitte angelegt worden wäre.

Brandmeister August Diels gab nach den stolzen Erfolgen seiner Gruppe das Amt des Wehrführers im Jahr 1960 ab und wurde für seine aufopferungsvolle Arbeit zum Ehrenwehrführer ernannt und gleichzeitig mit der Silbernen Ehrennadel des Nassauischen Feuerwehrverbandes ausgezeichnet. Zum neuen Wehrführer wählten die Kameraden Willi Weyl. Im darauffolgenden Jahr 1961 starb unser Schriftführer Karl Ohl, der seit der Gründung der Wehr über 20 Jahre in dieser Eigenschaft im Vorstand tätig war.

Für ihre Verdienste um die Feuerwehr wurde im November 1964 den Kameraden Wilhelm Göbel und Adolf Rühl in einer Feierstunde das Brandschutzehrenzeichen in Silber, August Diels das Silberne Brandschutzehrenzeichen am Bande verliehen.

Der 19. Dezember 1966 geht besonders in die Geschichte der hiesigen Wehr ein, übergab doch Landesbranddirektor Möbius im Beisein der Kameraden und zahlreicher Heßlocher Einwohner zum ersten Mal ein Feuerwehr-Motorfahrzeug TSF/T. Bereits im Mai 1969 konnte dasselbe dann gegen ein LF 8/TS, das größer und moderner ausgestattet ist, umgetauscht werden.

Eine Schauübung - gemeinsam von den Kameraden der Nachbarwehren aus Kloppenheim und Sonnenberg mit unseren Aktiven ausgeführt - stand am Beginn des Festtages (22. Juni 1968) aus Anlaß des 40jährigen Bestehens unserer Wehr. Ein Platzkonzert in der Ortsmitte, von dem Auringer Spielmannszug dargeboten, sowie eine Totenehrung auf dem Friedhof schlossen sich an. Abends fand in der Turnhalle ein Kommers statt, bei dem zahlreiche Kameraden für ihre 40- bzw. 25jährige Mitgliedschaft geehrt werden konnten. Außerdem wurde Kamerad Arno Breithaupt mit dem Silbernen Brandschutzehrenzeichen am Bande ausgezeichnet.

Am 20. Juni 1973 fand zum ersten Mal eine Sonnenwendfeier auf dem Freizeitgelände am Sportplatz "Auf der Heide" unter Beteiligung des Spielmannszuges der Freiw. Feuerwehr Mainz-Kostheim und des Musikzuges der Auringer Turner statt. Sie stellte damit den Anfang einer seitdem mehrmals wiederkehrenden Veranstaltung dar, deren Reinerlös das erste Mal der "Aktion Sorgenkind" als Hilfe für spastisch gelähmte Kinder an das ZDF überwiesen wurde.

Für die Freiwilligen Feuerwehren des Stadtkreises Wiesbaden trat mit Wirkung vom 17.10.1973 eine neue Ortssatzung in Kraft. In ihr ist u. a. festgelegt, dass die Freiw. Feuerwehren der Landeshauptstadt Wiesbaden als öffentliche Feuerwehren eine städtische Einrichtung sind. Weiterhin ist bestimmt, dass zur Unterstützung und Beratung des Wehrführers bei der Erfüllung seiner Aufgaben ein Feuerwehrausschuß - anstelle des bisherigen Vorstandes - zu bilden ist.

Auch den Kameraden Horst Stubenrauch und Hans Krebs wurde für ihren über 25jährigen ständigen aktiven Einsatz bei der Freiwilligen Feuerwehr im Jahr 1974 das Silberne Brandschutzehrenzeichen am Bande verliehen, desgleichen Werner Kilian und Edwin Diels im Jahr 1976.

In der Jahreshauptversammlung im April 1976 schied unser langjähriger Wehrführer Willi Weyl aus seinem Amt aus und wurde zum Ehrenbrandmeister ernannt. Zu seinem Nachfolger wurde Erich Hachenberger gewählt.

1976 fand auf dem bereits erwähnten Freizeitgelände eine öffentliche Vorführung von Handfeuerlöschern und deren praktische Handhabung statt. Die Veranstaltung hatte einen sehr guten Besuch und allgemeines Interesse gefunden".

Die Jahreshauptversammlung fasste 1976 den Beschluß, eine Jugendfeuerwehr zu gründen. Einer der maßgebenden Gründe war, die sich lichtenden Reihen der aktiven Wehr wieder auffüllen zu können. Bei der Neuwahl des Feuerwehrausschusses wurde Hans-Joachim Knötschke als Jugendwart gewählt und Erich Neumann als Jugendgruppenleiter eingesetzt. Mit Unterstützung des Feuerwehrausschusses und der tatkräftigen Werbung von Klaus-Dieter Wahl gelang es, bis zum Sommer 1976 zwölf Jungen im Alter zwischen 10 und 15 Jahren für die Jugendfeuerwehr zu begeistern. Am 1. Juli 1976 erfolgte die Gründung. Verbunden damit war ein zünftiges Essen, einer aus der Feldküche gekochten Erbsensuppe, dargeboten von "Chefkoch" Walter Lange. Im August unternahm die Einsatzabteilung eine Rheinfahrt mit gemütlichem Beisammensein in Steeg. Dazu waren alle Jugendfeuerwehrmänner mit ihren Eltern eingeladen. Erstmals konnte ein Junge in seiner neuen Dienstkleidung unter großem Beifall vorgestellt werden. Eine anschließende Sammlung ergab den Grundstock zu einer eigenen Kasse der jungen Feuerwehrmänner. Nach der Einkleidung Aller wurde mit der praktischen Ausbildung begonnen, so dass im Rahmen der Brandschutzwoche 1976 bei einer Angriffsübung auf brennende Fackeln ein großer Erfolg verzeichnet werden konnte.

1976 JugendfeuerwehrAnläßlich eines Kameradschaftsabends wurde der Jugendfeuerwehr ein Wimpel und ein Tischständer übergeben; außerdem bekamen sie für die Darbietung einer humoristischen Vorstandssitzung ein Spanferkel gestiftet. Zum stufenweisen Aufbau eines Planspieles trug die Beschaffung von Modellbausätzen bei, welche in zahlreichen Bastelunterrichtsstunden im Winterhalbjahr zusammengebaut werden konnten.

Mit der Errichtung des "Florian-Platzes" neben dem Feuerwehrgerätehaus hat die hiesige Wehr ihr Teil dazu beigetragen, im Rahmen der Aktion "Schöneres Wiesbaden" das Ortsbild an dieser Stelle zu verbessern. Die Einweihung des Platzes im August 1977, zu der neben den zahlreich erschienenen Heßlocher Bürgern, den Mitgliedern des Ortsbeirates und des Kirchenvorstandes auch Vertreter der Stadt und der Berufsfeuerwehr Wiesbaden gekommen waren, und bei der es neben einer dort gekochten Erbsensuppe mit Speck noch zahlreiche Beiträge zur Unterhaltung im Freien gab, gestaltete sich bei schönem warmen Wetter zu einem Sommernachtsfest, das noch lange in Erinnerung geblieben ist.

Im Januar 1977 nahm die Jugendfeuerwehr geschlossen an der Gründung des Stadtjugendfeuerwehrverbandes in Nordenstadt teil; hier wurde auch eine Ortssatzung für die Jugendfeuerwehr beschlossen. Im Rahmen ihres fünfjährigen Bestehens richtete die Jugendfeuerwehr Naurod die Stadtjugendwettkämpfe 1977 aus. Nach guten Trainingsergebnissen erreichten hier unsere Jungens mit dem 5. Platz bei einer Teilnahme von 19 Mannschaften einen schönen Erfolg. Um die Ausbildung aufzulockern, bestand das Programm aus Radtouren, Kegeln, Sport, Basteln, Wandern und Feuerwehrtechnik. Neben den Aktiven beteiligte sich auch die Jugendfeuerwehr an der Gestaltung des Florian-Platzes. Inzwischen stieg die Mitgliederzahl der Jugendfeuerwehr auf 17 Jungen an, so dass beim Schulfest in Kloppenheim zwei Gruppen einen Löschangriff unter großer Beachtung durchführen konnten. Ebenso nahmen sie an der Herbstabschlußübung der Einsatzabteilung im Rahmen der Brandschutzwoche 1977 teil. Bei der Manöverkritik sprach sich Branddirektor Schneider sehr lobend und anerkennend über die gezeigten Leistungen aus. Neben Sport, Spiel und Feuerwehrtechnik konnten weitere Modelle für das Planspiel beschafft und gebaut werden. Das Jahr 1977 fand mit einem Preiskegeln in Nordenstadt seinen Abschluss. Beim ersten ordentlichen Verbandstag des am 15. Januar 1978 im Zuge der Eingemeindung der sechs neuen Stadtbezirke gegründeten Stadtjugendfeuerwehrverbandes waren die Delegierten aus 12 Jugendfeuerwehren und zahlreiche Gastdelegierte in der hiesigen Turnhalle anwesend. Hierbei wurde u. a. beschlossen, die Jugendfeuerwehrleistungswettkämpfe im Mai dieses Jahres in Bierstadt auszutragen.

1978 Aktive + WehrführerDie Herbstabschlußübung, die lange Zeit alljährlich gemeinsam mit der Kloppenheimer Wehr durchgeführt wurde, fand jeweils ihren Abschluss in einem entweder in Kloppenheim oder hier veranstalteten Kameradschaftsabend. Nachweisbar ist, dass beide Wehren seit mindestens 150 Jahren zusammengearbeitet haben!

Wenn bisher kaum davon die Rede war, dass unsere Wehr zu einem Einsatz kam, so ist dies mit auf das verantwortungsbewusste Verhalten der Heßlocher Bevölkerung zurückzuführen. Bei insgesamt 32 Einsätzen in den 15 Jahren zwischen 1963 und 1978 konnte die Heßlocher Wehr jeweils ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen, wobei sie mit ihrem schnellen Eingreifen in vielen Fällen größeren Schaden verhütete.

Der Mitgliederstand der Freiwilligen Feuerwehr Wiesbaden-Heßloch ist seit seiner Gründung auf das Vierfache angestiegen und beträgt rd. 100. Es wird das Ziel der Männer um Klaus Dörr sein und bleiben, auch in der Zukunft allen Bürgern in Feuersnot und Gefahr beizustehen, getreu dem auf der neuen Fahne eingestickten Wahlspruch:

Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr! 

Alfred Schreiber 1978

1978 konnte unser Wehr ihr 50jähriges Bestehen feiern. Im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten zur 50jährigen Eingemeindung Heßlochs nach Wiesbaden konnte ein großes Fest veranstaltet werden. Zunächst wurde von den heßlochern Vereinen in Eigenarbeit der Fest- und Kerbeplatz hinter der Turnhalle erweitert, um Platz für ein großes Festzelt zu schaffen. Am Sonntag den 04.06 fand im Gemeindehaus ein Festgottesdienst mit anschließender Totenehrung auf dem Friedhof statt. In diesem Rahmen wurde eine neue Fahne, die von den Frauen der aktiven Kameraden gestiftet wurde, übergeben und geweiht.
1978 Festzelt
Das Festwochenende wurde am Freitag den 09.06 mit einem Luftballonumzug durch den Ort eingeleitet. Danach folgte die Festeröffnung im Zelt, mit Bieranstich und der Ehrung verdienter heßlocher Bürger, anschließend wurde getanzt.
Am
Samstag fand eine groß angelegte, historische Übung statt, die das Löschwesen zur Gründungszeit unserer Wehr darstellte. Hierfür wurde in der Ortsmitte ein Dorfbrunnen nachgebildet. Als Brandobjekt diente das Anwesen Vogelsangstr. 1. Nach der Entdeckung des Feuers leitete zunächst die Bevölkerung, dargestellt von vielen freiwilligen heßlocher Bürgern, mit Eimern die Brandbekämpfung ein. Als die Löschmannschaft mit der von Pferden gezogenen, handbetriebenen Druckspritze eintraf, wurde die gebildete Eimerkette zum befüllen des Gerätes benutzt. Aus dem ersten Stock des Hauses wurden eingeschlossene Personen mit Hilfe eines Rettungsschlauches geborgen. Desweiteren kam ein "König-Rauch-Helm" zum Einsatz. Die Übung war ein großer Erfolg und wurde sogar für das Fernsehen aufgezeichnet (die Ausstrahlung fiel jedoch der Fußball-WM zum Opfer). Im Anschluss an die Übung fand ein Platzkonzert statt, abends wurde ein Festkommers mit Ehrungen von Vereinsmitgliedern abgehalten.
Der Sonntag wurde mit einem Weckruf eingeleitet, um 10.00 Uhr begann der Frühschoppen, darauf folgte eine Kinderbelustigung. Das erfolgreiche Fest klang mit einem Tanzabend aus.

Ab Oktober 1978 wurden uns zwei Räume in der ehemaligen Schule für Vereinszwecke zur Verfügung gestellt - bis dahin nutzte vorallem die Jugendfeuerwehr den Anbau der Turnhalle für ihre Treffen. In diesem Jahr kam es zu ersten Planungen für den Neubau / Umbau unseres Feuerwehrgerätehauses und die Wehr wurde mit Funkmeldeempfängern ausgerüstet. Eine Tagesfahrt führte nach Attendorn am Bigge-Stausee. Der Kamerad Armin Liese wurde zum neuen Schriftführer gewählt.

Im folgenden Jahr wurde erstmals eine mehrtägige Busreise durchgeführt, sie führte an den Bodensee. Klaus-Dieter Wahl übernahm die Führung der Jugendfeuerwehr, die in diesem Jahr den ersten Platz bei einem Vielseitigkeitswettkampf der JF Erbenheim erringen konnte. Im Juni wurde das 110jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Heßloch / Pfalz besucht, woraus sich eine kurze Freundschaft entwickelte.
Die Herbstabschlussübung am 13.10.1979 wurde von dem plötzlichen Tod einer Mitbürgerin überschattet. Die an der Übung teilnehmende Mannschaft des DRK konnte, trotz rasch eingeleiteter Wiederbelebungsmassnahmen, nicht mehr helfen.

Die viertägige Busreise im Jahr 1980 führte diesmal nach Südtirol. Von der hervorragenden Unterbringung im Dörfchen Meransen schwärmen die Teilnehmer noch heute.

Am 07.03.1981 erfolgte der Spatenstich für den Neubau unseres Gerätehauses. Unser Kamerad und langjähriger Wehrführer Willi Weyl wurde zum Ehrenwehrführer ernannt. Die jährliche Vereinsreise führte die Teilnehmer ins Salzburger Land. Eine Tagesfahrt führte wiederum nach Heßloch / Pfalz.
Das 5jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr wurde am 20, 21.06 gefeiert. Es wurde ein Fußballturnier vor der Sonnenwendfeier veranstaltet, am nächsten Morgen folgte ein kleiner Frühschoppen.
Das Richtfest für das Feuerwehrgerätehaus wurde am 07.10 abgehalten.

Endlich konnte unser neues Domizil am 20.08.1982 eingeweiht werden. Seit Oktober dieses Jahres ist das Jugend - Löschfahrzeug der Stadt Wiesbaden, das von der nassauischen Brandversicherungsanstalt gestiftet wurde, bei uns stationiert.

1983 konnte unsere Jugend den ersten Platz beim Stadtentscheid der Leistungswettkämpfe erringen, beim Landesentscheid in Seligenstadt wurde ein ausgezeichneter neunter Platz erkämpft.
Ziel der Viertagesfahrt war das Montafon.
In diesem Jahr wurden die Funkmeldeempfänger wieder abgegeben - die Alarmierung erfolgt seitdem wieder über Sirene. Natürlich kam es in diesem Zusammenhang wie es kommen musste: Am 01.11 wurden nachmittags die letzten Melder Abgegeben, da erfolgte gegen 19.30 Uhr die Alarmierung zu einem PKW-Brand in einer Toreinfahrt...

Die Busreise vom 28.04 bis 01.05.1984 nach Paris hat noch heute einen legendären Ruf (wie macht die Tür?). Die Chronik vermerkt für dieses Jahr 26 Notrufe anläßlich unseres Sonnenwendfeuers das, natürlich wie jedes Jahr, ordnungsgemäß angemeldet war. Unser Ehrenwehrführer Willi Weyl erhielt das deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber.

Holland war 1985 Ziel der viertägigen Busreise. Während einer neuerlichen Tagesfahrt nach Heßloch in der Pfalz konnte unsere Jugendwehr ihr Können mit einer kleinen Übung demonstrieren. Gegen Ende des Jahres übernahm Hans - Peter Krebs kommissarisch die Leitung der Jugendabteilung.

1986 Gründer der JFWährend der Jahreshauptversammlung 1986 wurde H.P. Krebs offiziell zum Jugendfeuerwehrwart gewählt. Die Jahreshauptversammlung des Stadtfeuerwehrverbandes, die in Heßloch stattfand, wählte Bernd Götz zum neuen Stadtbrandinspektor. Zum erstenmal seit langer Zeit nahm unsere Wehr wieder an den Leistungswettkämpfen teil.
Am 24.07.1986 wurde unser neues Löschfahrzeug, ein LF 8 TS auf Daimler-Benz Fahrgestell mit Ziegler-Aufbau, in Dienst gestellt. Nach nur einem Jahr musste Hans-Peter Krebs sein Amt als Jugendfeuerwehrwart, aus persönlichen Gründen, wieder aufgeben. Ralf Kunz übernahm kommissarisch dessen Pflichten.
Das 10jährige Jubiläum der Jugendfeuerwehr wurde am 23.08 mit einer Schauübung, anschließendem Kaffee und Kuchen sowie einem abschließenden Grillabend begangen.
Mit einer Tagesfahrt zum Frankfurter Flughafen wurde das Sommerhalbjahr abgeschlossen.

Nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb am 03.02.1987 unser langjähriger Betreuer der Berufsfeuerwehr Karl Troedel. Karl Geisthardt steht uns seitdem als Verbindung zur BF zur Seite.
Eine Tagesfahrt führte uns ins Nahetal mit Besichtigung eines alten Bergwerks und anschließender Weinprobe.
Während einer großen Weihnachtsfeier, die in der Turnhalle stattfand, wurden die Vereinsmitglieder geehrt, die nach dem Krieg den Wiederaufbau unserer Wehr ermöglichten.

Die viertägige Fahrt 1988 nach Hamburg wurde wieder zu einem unvergesslichen Ereignis.
Die Sonnenwendfeier dieses Jahres stand im Zeichen der Partnerschaft, die Heßloch mit einer amerikanischen Aufklärungseinheit geschlossen hatte. Das Eintrittsalter für die Jugendfeuerwehr wurde von 12 auf 10 Jahre gesenkt, was unserer Jugendabteilung noch einmal einen kleinen Aufschwung brachte.

1989 wurde für unsere Wehr eine "Florians"-Versicherung abgeschlossen, die alle Mitglieder bei Vereinsarbeiten absichert. Bei der Tagesfahrt nach Straßburg ging uns eine Teilnehmerin "verloren". Nach stundenlanger Suche mussten wir feststellen, dass sie die Heimreise mit dem Zug angetreten hatte.
Unser Kamerad Horst Stubenrauch wurde für 40 Jahre aktiven Dienst mit dem hessischen Brandschutzehrenabzeichen in Gold ausgezeichnet.

4 Tage an der Riviera, im Mai 1990, machten allen Fahrtteilnehmern viel Spaß. Auch die Tagesfahrt nach Alsfeld mit Besichtigungen der örtlichen Stützpunktfeuerwehr und der Alsfelder Brauerei ist unvergessen.
Hans Krebs wurde, für sein Engagement für Feuerwehr und Gemeinde, mit der Bügermedaille der Stadt Wiesbaden ausgezeichnet.

Seit 15 Jahren führte Klaus Dörr unsere Wehr, als im Oktober 1991 die Bohrarbeiten für einen Notwasserbrunnen auf dem Gelände unseres Gerätehauses begannen. Eine Tagesfahrt führte ins Feuerwehrmuseum nach Fulda.

Im Januar 1992 wurden die Arbeiten für den Brunnen abgeschlossen. Er hat eine Tiefe von 74 Metern, eine Elektropumpe fördert das Grundwasser nach oben.
Die mehrtägige Busreise führte nach Südtirol und schloss Ausflüge nach Verona und Venedig ein.
Unsere Sonnenwendfeier fiel dieses Jahr buchstäblich ins Wasser: Aufgrund eines schweren Gewitters am Nachmittag mussten unsere aktiven Kameraden ausrücken um mehrere geflutete Keller auszupumpen. Die verbleibenden Mitglieder verlegten die Feier kurzerhand ins Gerätehaus, wo im bescheidenen Umfang gefeiert wurde.

1994 konnte der letzte lebende Gründer, Alfred Kilian, für 65 Jahre treue Mitgliedschaft geehrt werden.

Am 01.04.1995 verstarb unser verdientes Mitglied Hans Krebs. Er war 1948 in die Wehr eingetreten und maßgeblich an der Gründung unserer Jugendfeuerwehr beteiligt. Im selben Jahr, am 21.05, verschied das letzte Gründungsmitglied, Alfred Kilian.
Die Vereinsreise führte vier Tage lang in den Elsaß.

Thorsten Dörr übernimmt 1996 die Führung der Jugendfeuerwehr. Aufgrund des schlechten Wetters der letzten Jahre wurde beschlossen die Sonnenwendfeier künftig am Gerätehaus abzuhalten. Seit Sommer dieses Jahres wird die neue No-Mex Einsatzkleidung ausgegeben.
Klaus Dörr erhielt, für seine Verdienste um unsere Wehr, die bronzene Bügermedaille der Stadt Wiesbaden. Er war 1961 der FF-Heßloch beigetreten und ist seit 1976 Wehrführer.
Bei der Weihnachtsfeier in der Turnhalle konnten folgende "Nachkriegsgründer" für 50 Jahre Mitgliedschaft mit der goldenen Vereinsnadel geehrt werden:

Karl Arnold, Richard Deuker, Heinz Hilbert, Erwin Kilian, Helmut Kreusel, Günther Römer, Walter Rühl sowie Erich und Fritz Wintermeyer.

Mit einer Schauübung am 16.10.1997 konnten wir unserem Ehrenwehrführer, Willi Weyl, eine kleine Freude zu seinem 75ten Geburtstag machen.

Ein Einsatz am 11.04.1998 ging in die Analen der Wehr ein: Eine gebürtige Heßlocherin hatte sich in ihrem Auto verbrannt - der erste Einsatz mit Todesfolge den unsere Kameraden zu bewältigen hatten.
Klaus Dörr erhielt die silberne Ehrennadel des nassauischen Feuerwehrverbandes für langjährige Dienste in leitender Position. Die Sonnenwendfeier findet wieder auf der Schintkaut statt.

2000 HerbstabschlussNach überstandenem Jahrtausendwechsel wurde im Jahre 2000 eine Mobilfunkantenne auf dem Schlauchturm des Gerätehauses errichtet, was zu kontroversen Diskussionen in unserer Gemeinde führte.

Während der Sonnenwendfeier 2001 wurde versucht die heßlocher Partnerschaft mit den amerikanischen Verbündeten neu zu beleben.
Am 01.09. konnte das 25jährige Bestehen unserer Jugendfeuerwehr gefeiert werden. Während ab 15.00 Uhr auf dem Festplatz hinter der Turnhalle eine große Fahrzeugschau die Besucher lockte, konnte in der Halle Kaffee und Kuchen genossen werden. Abends fand eine Festveranstaltung in der Halle, die von den "Country Youngsters" umrahmt wurde, regen Anklang. Nachdem die ehemaligen Jugendfeuerwehrwarte geehrt wurden, konnten 6 Gründer für 25 Jahre aktiven Dienst mit dem silbernen Brandschutzehrenabzeichen ausgezeichnet werden. Desweiteren konnten 14 Mitglieder für 25 Jahre Mitgliedschaft, 1 Mitglied für 40 Jahre und 2 Mitglieder für 50 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet werden.

Das Jahr 2002 wurde bislang vom Tod unseres Ortsvorstehers, langjährigem Mitglied, Gründer und ersten Jugendfeuerwehrwartes, Hansi Knötschke überschattet.

Ihm und allen verstorbenen Kameraden gilt unser Gedenken!

Gernot Trippen 10.12.2002